Sektion Alpin und Nordisch – Geschichte

Als Vorläufer der heutigen Sektion kann der ,,Imster und Tarrenzer Wintersportverein“ angesehen werden, der bereits vor dem 1. Weltkrieg gegründet wurde. 1913 ging daraus der Tarrenzer Wintersportverein hervor, der nach dem Krieg im Jahr 1919 wiederbelebt wurde. Erster Obmann bis 1938 war Stricker Franz.

Im Jahr 1947 erfolgte die Gründung der Turn- und Sportunion Tarrenz unter Obmann Krißmer Richard. Die ersten legendären Abfahrtsläufe führten von der Schihütte bis zum Hotel Lamm sowie vom „Sparket“ über den alten Maldonweg mit Ziel beim Stricker in der Schulgasse. Eine weitere Strecke führte vom Linserhof – Langer Anger – Panze – G’schloßbichl bis zum Ziel Übelbachle, wo die Läufer von der Blasmusik empfangen wurden. Erste Torläufe gab es in den Anfangszeiten im Putzen, auf der Grieslehn und oberhalb der Schihütte. Der extremste kombinierte alpin-nordische Lauf führte von der Kälberhütte – Sinesboden – Kohlstatt – um den Sießen – Kappakreuz – Rastlewiesen – Krabichl hinauf – Glöck zum Gasthaus Flür (Laufzeit: über 1 Stunde).

Krißmer Richard auf Ski

1948: Erster Obmann – Krißmer Richard

Die Abfahrtsstrecken waren notdürftig mit Fähnchen markiert, doch konnte jeder fahren, wo er wollte. Als Slalomstangen dienten bereits lackierte Haselstecken, die jedoch immer wieder abhanden gekommen sind und zweckentfremdet bei den Bauern als Bohnenstangen auftauchten. Für die Zeitnehmung wurde eine Tinten-Schreibuhr verwendet, die jedoch bei Kälte gerne versagte und dann durch Handstoppung ersetzt wurde. Als Preise gab es Naturalien wie Skiwachs, Gurte, Urkunden und Lebensmittel. Gründungsmitglied Robert Rueland ist heute noch stolz auf einen Siegespreis in Form von Wolle, aus dem ihm Strickers Anna einen Pullover fabrizierte. Nenngeld gab es damals auch schon, und zwar anfänglich 20 Groschen, später ein paar Schilling. Beim Ziel wurde überall von den Anrainern Tee ausgeschenkt, auch auf der Grieslehn.

Die erste Sprungschanze existierte im Bungerloch unter der Lichtleitung nach Starkenberg. Es wurden Sprünge bis zu 30 m registriert. Ein schwerer Unfall eines Karrösters, der bis ins Flache sprang, und der Umstand, daß der Grundbesitzer Oberhofer Alois den Zaun nicht mehr freigab, beendeten dieses Spektakel.

Skijöring

Von 1958-1964 gab es im Gurgltal Skijöring-Rennen unter Sektionsleiter Raggl Hermann („Kucheler“).

Der Start bei den Abfahrtsrennen wurde mit den Jahren mehr und mehr nach unten verlegt. Nach einem schweren Sturz von Zoller Ludwig wurde man sich der Verantwortung bewußt, was das Ende dieser wilden Rennen bedeutete. In den Siegerlisten finden sich Namen wie Georg Wörle, Zoller Ludwig, Robert Rueland usw.

In Tarrenz gab es sogar eine eigene Skiproduktion, und zwar vertrieb der damalige Obmann Wolf Ekkehard die Skimarke ,,Wolf – Gurgltal“.

Kinderrennen wurden am Mäasle, von Starkenberg – unter der Brücke durch zum Gschloßruan (später direkt neben der Brücke) zur Bundesstraße durchgeführt, wobei die Schußfahrt vom Gschloßstraßle weg als besondere Mutprobe galt. Besonders beliebt waren in den 5Oer-Jahren Geschicklichkeitsrennen, bei denen während der Fahrt Orangen aus dem Schnee gefischt werden mußten. Überhaupt entwickelte sich der Gschloßruan zum Wintersportzentrum für West-Tarrenz, Alpine und Rodler machte sich gegenseitig den Hang streitig.

Gruppenbild Abergrennen 1965

Abergrennen 1965
kniend (v.l.n.r): Rueland Robert, Krabacher Gottfried, Flür Egon, Kurz Bruno
stehend (v.l.n.r): Krabacher Karl, Rueland Rudi, Huber Hans, Agerer Ernst, Tangl Ernst, Gufler Heinrich, Köpf Hermann, Walch Johann, Hechenblaickner Josef, Neururer Franz

Vom Club wurden sogar die Österreichischen Meisterschaften in Perfuchs beschickt, ebenso Bezirksmeisterschaften in Haimingerberg, in Nassereith usw. Die Nassereither Strecke war in der Schotterrinne unterhalb der Loreahütte zum Fernpaß angelegt. Ein Lawinenabgang während eines Rennens, bei dem zum Glück niemand zu Schaden kam, erzwang das Ende der dortigen Veranstaltungen. Die Anreise zu diesen Rennen erfolgte mit dem Fahrrad oder mit der Eisenbahn. Mit der Zeit wurde die Materialüberlegenheit speziell des begüterten Ötztaler Nachwuchses überdeutlich, damit flaute das Interesse langsam ab.

1954 wurden Sieber Gerold und Zoller Ludwig vom ÖSV zu einem Trainingslager in St. Christoph eingeladen. Luggi gelang es dabei, dem angehenden Star Karl Schranz im Tauschweg ein Paar Skier gegen Butter fürs Jausenbrot abzujagen. Er merkte allerdings erst später, daß diese Skier so verzogen waren, daß sie zum Gebrauch nicht taugten.

Den ersten Pokal, der in Tarrenz vergeben wurde, erhielt Zoller Luggi beim ersten Abergrennen. Es war ein Wanderpokal, der erst nach zwei Siegen endgültig erworben war.

Schülergruppe mit Ski

Schüler- und Jugendteam der TSU Tarrenz 1996/97
hinten v.l.n.r: Sektionsleiter Berghammer Bernhard, Gastl Andreas, Neururer Sabrina, Egger Hannes, Strasser Daniel, Zangerle Walter
vorne v.l.n.r: Seifert Fabian, Santer Bernd, Neururer Elisa, Brand Björn, Seifert Marco

Donnemiller Thomas

Oftmaliger Sieger am Aberg: Thomas Donnemiller

Santer Bernd

Kinderschirennen im Bungerloch: Santer Bernd

Strasser Claudia Aberg 1993

Abergrennen 1993: Strasser Claudia